Es ist gar nicht alles schlecht

Entdecken Sie Ihre Lichtblicke

Viele neigen dazu, eher negative Erlebnisse in den Vordergrund zu stellen. Dabei wird bei all dem alltäglichen Ärger leicht übersehen, dass es auch positive Momente oder Lichtblicke gibt. Können Sie diese zulassen? 

Der Zeitfaktor

Um Glücksmomente oder positive Ereignisse im Alltag zu finden wird oft empfohlen auf die kleinen Dinge zu schauen. Diese können in der Summe oft mehr ergeben, als es in schwierigen Zeiten erscheint.

Auf die Zeiten geschaut

Es ist möglich, seinen Blickwinkel auf den Faktor Zeit zu richten. Es gibt Zeiten und Momente, in denen ein Problem nicht vorhanden ist oder es wird sogar mal für eine kleine Weile vergessen. Wir sind abgelenkt, erleben eine andere Zeit, in der kein Ärger, keine Sorge oder Not vorhanden ist. 

Abwesenheit von Problemen

Sicher werden Sie auch Zeitpunkte oder Phasen erleben, in denen kein Problem zu lösen ist, weil andere "normale" Dinge im Vordergrund stehen. Vielleicht gibt es ja wirklich diesen kleinen Glücksmoment. Die Wahrnehmung kann sich öffnen und neue Sichtweisen annehmen.

Bewusstheit

Betrachten wir unseren Tag mit offenen Augen und bewussten Blicken werden wir diese freien Momente wahrnehmen können. Nun können Sie Ihren Blickwinkel verändern und sagen: "Es ist gar nicht alles schlecht in meinem Leben". Tatsächlich hat es etwas gegeben, das gut war.

Subjektiv Negativ

Objektiv Negativ

Wer sich nur auf alles Negative ausrichtet wird mit der Zeit nicht nur frustriert sein. Es kann auch ein Weg in die Blockade, Verbitterung oder Selbstablehnung sein. Wir sind zum Pessimisten, Nörgler, Schwarzseher oder Übermensch geworden, weil wir glauben alles im Blick zu haben oder sich alle gegen uns verschworen haben. Wo wir auch hingehen, es liegen Steine im Weg.

Oft liegt der Unterschied in der persönlichen Bewertung von Ereignissen. Was die eine Person als schlecht einstuft, kann für eine andere Person ein "normales" Ereignis sein. 

Manche Ereignisse, die negativ verlaufen, liegen nicht immer in unserer Hand. Damit ist etwas auch objektiv negativ. Das sind zum Beispiel Entlassungen, weil der Unternehmen schließt oder weil ein bedauerlicher Unfall die Weiterfahrt behindert. 

Akuter Stress

Wer in akuten, objektiv stressigen Situationen steckt, wird Mühe haben zu diesem Zeitpunkt etwas Positives oder einen Lichtblick zu entdecken. Jeder wird in seinem Leben an Stationen kommen, die sehr viel abfordern oder uns sogar aus der Bahn werfen kann. Manchmal reiht sich eine Herausforderung an die nächste. Die schwierige Lage muss und kann gemeistert werden. Das ist oft eine Frage der Zeit; manches braucht länger, um es zu bewältigen (Tage, Wochen, Jahre) und anderes ist schneller abgearbeitet.

Stressige Phasen haben in der Regel nicht zur Folge, dass wir lebensunfähig werden. Wir können weiterhin Entscheidungen treffen oder Wege wählen, die zur Lösung aller oder bestimmter Probleme beitragen. Manche Lösungsmöglichkeiten sind dabei vorübergehend (zum Beispiel Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit) oder von dauerhafter Wirkung (zum Beispiel Auflösung von Verträgen, Umzug oder Trennung bei einer Beziehung).

Lichtblicke finden

Für jeden von uns sind Lichtblicke etwas anderes. Manchmal müssen wir sehr genau hinschauen, um diese zu entdecken oder wahrzunehmen. 

Die kleinen Momente

Wir blicken in ein lächelndes Gesicht, jemand bedankt sich, an der Kasse werden wir vorgelassen, die Ampel ist zum wiederholten mal grün, wir hören einen lustigen Witz, der Bus hat keine Verspätung. Diese kleinen Momente und viele andere mehr sind vorhanden, wenn wir sie erkennen können. 

Persönliche Momente

Wir schaffen eine besondere Aufgabe, wir haben den Weg zu einem fremden Platz gefunden, das neue Rezept ist gut gelungen, der Computer oder Fernseher läuft wieder, das Licht am Fahrrad funktioniert. Unser persönlicher Einsatz hat einen kleinen Erfolg eingebracht.

Große Aufgaben

Große Aufgaben sind sehr individuell in ihrer Bewertung. Eine große Aufgabe kann der heutige Einkauf gewesen sein für Menschen mit wenig Energie. Ein Umzug, eine Renovierung oder der Beginn einer neuen Arbeitsstelle ist eine Leistung, die wir nicht täglich absolvieren.

Die KEhrseite: Die Zwanghafte suche nach dem Guten

Mit viel Anstrengung finden wir im größten Chaos noch etwas Gutes. Wir können aus allem eine Botschaft ablesen, die uns dazu auffordert, daran zu wachsen. Wir versuchen uns über Wasser zu halten, indem wir allem mit Zuversicht begegnen. Unser Blick ist von Hoffnung erfüllt und wir wissen es kommt ein gutes Ende. Lösungen werden erdacht und Heilswege gefunden.

 

Das Gute als Ziel

Wir wissen, dass jede Herausforderung unsere Entwicklung fördert. Jedes Problem, das wir meistern reduziert unser anstrengendes Schicksal auf positive Weise. Jede Lernaufgabe dient uns, die Schatten und ungelösten Seiten zu finden. 

Die zwanghafte Suche nach dem Guten im Leben beginnt: 

Banalitäten werden zu Herausforderungen umgewandelt, um anschließend die persönliche große Leistung als Erfolg zu verkaufen.

Probleme werden dort gesehen, wo keine sind und wir sind diejenigen, die aufbauen, die trösten und Hoffnung spenden. 

Veränderungen werden vorgenommen, weil Stillstand als negativ wahrgenommen wird. Und Veränderung ist etwas Gutes.

Die Realität und Existenz werden als Bedrohung wahrgenommen. Nur wir allein haben die Lösung für alle Probleme dieser Welt.

Die umgekehrte Realität

Obige Beispiele mögen übertrieben erscheinen, sind jedoch für einige Menschen bittere oder geschaffene Realität. Das gilt nicht nur für Verschwörungstheoretiker, sondern auch für Menschen in schlimmen Lebenssituationen. Wer die tatsächlichen negativen Seiten nicht erkennen will, kann keine Bereitschaft für notwendige Erkenntnisse entwickeln. 

Wer zwanghaft das Gute sucht, um damit im Mittelpunkt zu stehen und jedem Ereignis eine höhere Bedeutung beimisst als es notwendig wäre, gerät in die Gefahr die Realität nicht mehr objektiv sehen zu können. Nicht jedes Ereignis beinhaltet für uns Entwicklungspotenzial. 

Bild mit einer Frau am See. Endloser Blick in die ungewisse Ferne.

Manchmal ist Chaos wirklich nur Chaos und wir werden erkennen, dass es eine Weile braucht, um wieder Lichtblicke zu finden. Wahrhaft stressige Zeiten erfordern sehr viel Aufmerksamkeit und binden die Lebensenergie, um es nicht nur zu überstehen sondern auch persönlich zu "überleben". 

Ein bedeutender Unterschied in der Wahrnehmung besteht darin, die stressige Lebensphase als das anzusehen was es ist: Eine Phase. Diese hat ein Anfang und ein Ende. Wenn wir in anderen Bereichen unseres Lebens gut aufgestellt sind, ist die anstrengende Zeit überschaubar. Wissen wir jedoch nicht wo vorne und hinten ist und alles - wirklich alles - wächst uns über den Kopf, ist es Zeit, im Leben aufzuräumen. Bei diesem Prozess werden wir auch feststellen: Es ist gar nicht alles schlecht im Leben.